bocch: Regeln und Spielablauf
bocch ist ein Brettspiel für zwei Personen auf einem 6×6-Brett. Geschlagen wird nicht: Wer zuerst zwei eigene Steine auf die gegenüberliegende Seite des Bretts bringt, gewinnt. Mehr Regeln gibt es kaum – nur die Art, wie sich die Zugweite eines Steins ergibt, ist etwas ungewöhnlich.
Die Startstellung
Jede Seite stellt ihre sechs Steine auf die Reihe am eigenen Brettrand. Schwarz beginnt.
So liest du die Diagramme: Die obere Reihe (a) ist die Grundreihe von Weiß und das Ziel von Schwarz, die untere Reihe (f) ist die Grundreihe von Schwarz und das Ziel von Weiß. Die Zahl auf einem Stein gibt an, wie weit er ziehen kann.
Die Zugweite ist die Zahl der Nachbarn
Wer am Zug ist, wählt einen eigenen Stein und zieht ihn in gerader Linie – senkrecht, waagerecht oder diagonal. Anders als bei Shōgi oder Schach hängt die Zugweite nicht von der Art des Steins ab, sondern von seiner Umgebung.
Ein Stein zieht genau so viele Felder weit, wie Steine auf den 8 Feldern um ihn herum stehen. Die Farbe spielt dabei keine Rolle. Auch bei mehr als 4 Nachbarn beträgt die Zugweite höchstens 4. Steine auf dem Weg dürfen übersprungen werden, aber das Landefeld muss frei sein.
Im Diagramm oben hat der Stein auf 2e die Zahl 2. Er kann also genau 2 Felder weit ziehen: nach 2c, 4c oder 4e. Nur 1 Feld oder 3 Felder weit zu ziehen ist nicht erlaubt.
Wenn du einen Stein ziehst, ändert sich nicht nur die Zahl des gezogenen Steins, sondern auch die der Steine um ihn herum. Weil jetzt ein Stein auf 2e steht, ist die Zahl des Nachbarn 3f von 2 auf 3 gestiegen. Genauso ändern sich die Zahlen der gegnerischen Steine. Das ist der wichtigste Punkt des ganzen Spiels.
Ein einsamer Stein kann nicht ziehen
Ein Stein ohne einen einzigen Nachbarn hat die Zahl 0. Mit Zugweite 0 kann er nicht ziehen. Einen solchen Stein nennen wir „Einzelgänger“ (japanisch bocchi). Daher hat das Spiel auch seinen Namen.
Wer seine Steine immer weiter nach vorn springen lässt, verliert Nachbarn – sowohl beim gesprungenen Stein als auch bei den zurückgebliebenen –, und alle werden schwerfälliger. In der Nähe der eigenen Steine zu bleiben und die Zahlen hochzuhalten, ist die Grundlage für starkes Spiel.
Sieg, Niederlage und Remis
- Stehen nach deinem Zug zwei deiner Steine auf der gegnerischen Grundreihe, hast du gewonnen. Für Schwarz ist das Reihe a, für Weiß Reihe f.
- Wer am Zug ist und keinen Stein ziehen kann, verliert.
- Kommt dieselbe Stellung dreimal vor, ist die Partie remis.
- Online hat jede Seite 7 Minuten Bedenkzeit. Wer sie aufbraucht, verliert.
Ein Stein, der auf der gegnerischen Grundreihe angekommen ist, bleibt auf dem Brett. Er zählt weiterhin als Nachbar für die Zahlen der Steine um ihn herum.
Drei Dinge, die dich sofort stärker machen
Wenn du die Regeln kennst, gewinnst du schon deutlich mehr Partien, wenn du nur auf diese drei Punkte achtest.
- Hol die Randsteine früh nach innen. In der Startstellung haben die Steine am Rand nur einen Nachbarn und damit die Zahl 1. Mit dem „Anschmiegen“, einem Zug ein Feld diagonal nach vorn, steigt die Zahl dieses Steins und die seines Nachbarn.
- Achte auf die Zahlen der gegnerischen Steine. Stellst du einen eigenen Stein neben einen gegnerischen, steigt dessen Zahl. Prüf vor jedem Zug, ob du dem Gegner damit nicht genau die Zugweite gibst, mit der er auf deiner Grundreihe ankommt.
- Bleib nicht eine Reihe vor dem Ziel stehen. Ein Stein eine Reihe vor dem Ziel kommt nur an, wenn seine Zahl genau 1 ist. Bekommt er mehr Nachbarn, springt er über das Ziel hinaus.
Die Fachbegriffe findest du im Glossar, wie man die Eröffnung spielt, im Artikel Anschmiegen und Turm. bocch ist kostenlos und ohne Anmeldung spielbar – sofort gegen die CPU oder gegen Freunde.